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Autor Thema
  1. Storm Kin
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    Registriert seit
    06.2006

    Nyall, Chronik eines Assassinen.

    #1
    Hi,

    heute werde ich euch den Auszug einer Geschichte zeigen, an der in schon sehr lange Zeit sitze.
    Sie ist noch lange nicht fertig - jedoch habe ich momentan aus schulischen Gründen keine Zeit zur Vollendung.
    Trotz allem denke ich, dass der Anfang bereits sehr spannend uns lesenswert ist und wünsche euch viel Spaß beim lesen.
    Wer sich für die geplante Storyline interessiert kann mich gerne per pm danach bitten - aber ich will euch nicht länger auf die Folter spannen.
    Viel Spaß beim Lesen.


    Trock'nes Blut klebt an dem Dolch

    Der zu diesem Zweck erdacht
    Dunkel ist die kahle Klinge
    Des gefall'nen Kriegers Macht

    In dunk'lester Nacht wurd' einst geboren
    Wer nun über die Straße wacht
    Mit dem Bösen eng verschworen
    Weitreichend in seiner Macht

    Beugen sich die Großen nieder
    Damit der Schatten sie verschont
    Im Dunkel’n über allen thront
    Und schaut hernieder

    Nyall, Kind der Schatten


    Kapitel 1.

    Die Augen weiteten sich vor Entsetzen.
    Fortan zum starren in die Ewigkeit verdammt.
    Mit der Seele schon nicht mehr in dieser Welt.
    Sachte wurde der Dolch aus dem Nacken seines Opfers gezogen.
    Klebrige Tropfen einer dunkelroten Flüssigkeit rannen die dunkle Klinge hinab.
    Noch warm bahnte sich ein Strom saftigen Rotes den leblosen Körper entlang gen Boden.
    Die Füße, umschlossen von einer sich ausbreitenden Lache, schon fast vorsichtig, gemächlich umfloss sie die Füße des grauhaarigen Mannes.
    Ohne weiter darauf zu achten, ließ die in schwarz gehüllte Gestalt ihr Opfer auf den Boden gleiten.
    Auf Stille bedacht, wandte sie sich um und schlich sich vorsichtig über die Holzdiehlen der schmalen Kammer auf den Ausgang zu.
    Das graue Haar färbte sich langsam rot.

    Die Tür glitt mit einem leisen Ächzen auf.
    Augenblicklich spannte sich jeder Muskel im Körper des Assassinen an.
    Angst erwischt zu werden hatte er keine.
    Auch ein weiteres Opfer seiner Taten würde ihm nichts ausmachen.
    Niemand würde ihn an seiner Aufgabe hindern.
    Er hatte ohnehin längst aufgehört zu zählen...
    Mit den Jahren wurde dies einfach zu mühsam...
    Lediglich die Sorge vor weiteren Verzögerungen lies ihn den Atem anhalten und auf
    seine Umgebung lauschen.
    Als er sicher war, dass der Rest des Hauses schlief, schob er sich vorsichtig weiter
    vorwärts.
    Langsam, darauf bedacht nur kein Geräusch zu machen, schlich er weiter, immer
    weiter.
    Eine alte Treppe hinauf, dem Zimmer seines Zielobjektes entgegen.
    In den unteren Stockwerken wohnte lediglich das übliche Gesindel unter dem Dach
    jedes reichen Haushaltes.
    Dientsboten, Diener, Sklaven.
    Sein Ziel lag weiter oben, in den Mantel friedlichen Schlafes gehüllt.
    Sie kümmerten ihn nicht.
    Der Tod des alten Dieners schmerzte den Assassinen nicht sehr, besser gesagt, war er
    ihm so ziemlich gleichgültig, Gesindel dem keiner nachweinen würde.
    Es kümmerte ihn nicht.
    Man weilte unter den Lebenden oder den Toten, mehr Alternativen gab es nicht.
    Wer ersterer Gruppe angehören wollte, musste schon dafür arbeiten, sich keine Feinde
    zu machen, die erste Regel dieser Arbeit.
    Wenn dies nicht ausreichen sollte war es halt Schicksal.
    Der Assassine glaubte nicht an Schicksal, zumindest nicht an sein eigenes.
    Er erreichte das Ende der Treppe.
    Vorsichtig schob er sich nahe der Wand vorbei an alten Gemälden und kunstvollen
    Wandteppichen.
    Mondlicht fiel schwach durch ein Fenster am Ende des Flurs.
    Es viel auf die prächtigen Kunstwerke und lies den Flur in einem silbernen Glanz
    kalter Schönheit erstrahlen.
    Der Assassine hasste das Mondlicht.
    Das Licht könnte ihn verraten, seinen Auftrag zum scheitern bringen.
    Er hasste es.
    Aber nur, wenn er nicht aufpassen würde.
    Er passte auf.
    Sein Auftrag hing davon ab, nicht entdeckt zu werden - an sein Leben dachte er keinen
    Herzschlag lang.
    Er erreichte die schwere Eichentür eines Schlafgemaches.
    Montones Schnarchen drang aus dem Raum.
    Der Assassine drückte die Klinke der alten Eichentür sachte herunter.
    Es war an der Zeit, seinen Auftrag zu erfüllen.



    Kapitel 2.

    Er saß auf an einem schmalen Tisch.
    Rund, Eichenholz.
    Der Mittagssonne den Rücken zugewandt.
    Der Platz in seinem Rücken war überseht mit Ständen, Händlern und weitern Scharlatanen, die ihre Waren anpriesen.
    Menschen der verschiedensten Farben und Nationen im jähen Trubel der Geschäftsamkeit.
    Wie er es hasste...
    Gestank allgegenwertig.
    Er hasste Menschenansammlungen..
    Schweiß, ungewaschenne Körper ein nie enden wollender Storm.
    Er hasste Menschen...
    Eine Schankmädchen trat an seinen Tisch.
    Attraktiv, jung, vielleicht achtzehn Jahre, selbstbewusst.
    Gut bestückt, keine Notwendigkeit für ein weit geschnittenes Dekoleté .
    Sie verbarg, was die ungewaschenen Besucher der Taverne begehrten.
    Sie verbarg es so, dass sie es begehrten.
    Er verlor keinen Gedanken an sie.
    Sie interessierte ihn nicht.
    „Wasser.“ , kam es monoton zwischen seinen Lippen hervor, sachlich, kalt.
    Alkohol würde nur seine Sinne trüben.
    Er saß als einziger Besucher außerhalb der Taverne.
    Die Meisten wollten weg aus der Mittagshitze Calimhafens.
    Dummköpfe, Säufer, Gesindel...
    Die Hitze war ihm egal, er war sie gewöhnt.
    Menschen, Kontakt mit ihnen war er nicht gewöhnt.
    Er hatte zuviel erlebt, alsdass sie ihm noch etwas bedeuten würden...
    Er wollte sich gar nicht an sie gewöhnen.
    Zuviel gesehen...
    Plötzlich wurde er aus seinen Gedanken gerissen.
    Er sprang auf, vollführte eine halbe Drehung.
    Der Dolch traf den Taschendieb in die rechte Schulter.
    Blut rann die verdreckten Lumpen hinab.
    Gesindel, elendes Gesindel.
    Schreind lies der Getroffene den Geldbeutel fallen und bahnte sich seinen Weg durch die gaffende Menschenmenge.
    Er verschwand.
    Wertloser Abschaum, wie eine Geschwür im Herzen der Stadt...
    Das Gift würde den Rest erledigen...
    Ruhig schritt der Bestohlende zu der Stelle, an der der Dieb seinen Geldbeutel hatte zu Boden fallen lassen.
    Niemand machte Anstalten sich ihm in den Weg zu stellen, oder den Geldbeutel zu ergreifen..
    Ihr Glück...
    Gesindel...
    Er lies sich wieder an seinem Platz nieder, die Schankmaid hatte inzwischen das Glas gebracht.
    Der magische Dolch befand sich wieder versteckt in seinem Ärmel.
    Kaltes Nass floss seine Kehle hinunter.
    Gelangweilt trommelten die Finger auf den Tisch, warten....
    Zeitverschwendung...
    Zeit, dass es Abend wurde – der Auftrag stand fest.



    Kapitel 3.

    Der Himmel färbte sich orange.
    Die Sonne verschwand.
    Ein faszinierendes Spektakel der Natur, voller Farbenpracht und Schönheit.
    Es interessierte ihn nicht.
    Er saß immernoch am selben Tisch.
    Langsam löste sich der Trubel auf dem Marktplatz auf.
    Es war spät.
    Die Nacht brach an.
    Die Tavernen füllten sich.
    Es war an der Zeit.

    Er wurde mit Eindrücken überflutet als er in die Taverne trat.
    Gejohle, Gerülpse, der Geruch nach Alkohol und ungewaschennen Körpern...
    Alles traf ihn auf einmal...
    Wie er es hasste.
    Gotterverdammt hasste.
    Die Menschen hasste, alles hasste.
    Mit einem Blinzeln blendete er seine Gefühle aus.
    In einen Mantel aus kalter Fassung gehüllt – es war Zeit.
    Zu seiner Linken befand sich eine große Theke, ein stämmiger Wirt trocknete Gläser an seiner schmutzigen Schürze ab.
    Im stillen fragte er sich, ob die Gläser nicht vor dem Putzen sauberer waren, als im Nachhinein.
    Aber er ging nicht näher darauf ein.
    Hinter der Theke befand sich ein gut ausgestattetes Regel mit den verschiedensten Alkoholika.
    Einige eingestaubt, die Meisten wohl aber frisch nachgeliefert.
    Kunden gab es genug.
    Er setze sich an einen Tisch, mittig im Raum, einer der wenigen noch Freien.
    Er betrachtete den Raum genau.
    Es gab zwei größere Fenster neben dem Eingang.
    Die Schankmaid fragte ihn, was er den trinken wolle.
    Gegenüber der Tür, am anderen Ende des Raumes befand sich eine Treppe.
    Wahrscheinlich führte sie zu den Gäste Quartieren.
    Er bestellete sich einen Rotwein.
    Wohlbewusst, dass wahrscheinlich selbst der teuerste Wein in dieser Taverne, verwässert und dem Geschmack von ranzigem Spühwasser gleichkommem würde.
    Das Schankmädechen verschwand in einem Raum neben der Theke.
    Wahrscheinlich ging es dort zum Vorratslager.
    Es war die selbe Schankmaid, die ihn schon am Mittag bedient hatte.
    Er prägte sich die Position des Lagers ein.
    Wieder lies er seinen Blick weiter durch den Raum schweifen.
    An der Theke saß ein stämmiger Kerl, Muskelbepackt, dick und nicht grade nüchtern.
    Um ihn tummelte sich eine kleinere Gruppe ebenfalls nicht grade nüchterner Männer in ärmlich aussehender Kleidung.
    Gesindel...
    Eigentlich sah hier alles ärmlich aus.
    Die Preise waren günstig, viel Alkohol für das wenige ehrlich verdiente Geld, dass die Kundschaft besaß.
    Wie die meisten Kunden aussahen, hatten sie aber auch nicht grade Glück mit ihren unehrlich verdienten Geld.
    Gesindel.
    Wahrscheinlich war dieser Kerl, der taverneneigene Raufbold.
    In jeder Taverne nisstete sich solches Ungeziefer ein.
    Er prägte ihn sich ein.
    Die stickige Luft war erdrückend.
    Ein kleines Feuer im Kamin wärmte die Luft zusätzlich an.
    Die Maid stellte ihm das Glas Wein auf den Tisch.
    Schon nach dem ersten Schluck wusste er, dass er eindeutig zuviel gezahlt hatte.
    Er hätte besser das Putzwasser nehmen sollen.
    Sein linker Mundwinkel verzog sich zu einem grinsen.
    Der Schatten seiner Kaputze verdeckte es.
    Er stach aus der Meute heraus, die sich Besucher dieser Taverne schimpfte.
    Er trug einen weißen Mantel, sauber.
    Schallendes Lachen ertönte von der Theke, der Raufbold hatte einen Witz gerissen.
    Lange, weite Ärmel...
    Ein brauner Gürtel war um seine Tallie geschwungen.
    Es war kein wirklich betrunkenes Lachen, eher ein gezwungenes.
    Sie schienen Angst vor diesem Kerl haben.
    Wieder verzog sich sein linker Mundwinkel zu einem hämischen grinsen.
    Es war unvermeidbar.
    Ein weiteter Schluck dieses Gesöffs, dass der Wirt dreisterweise Wein titulierte, floss seine Kehle hinunter.
    Entspannt lehnte er sich zurück, lies das Weinglas in seiner Hand tanzen.
    Er hielt es gegen das schwach flackernde Licht, dass von einer in der mitte des Raumes aufgehängten Öl-Laterne ausging.
    Er gönnte sich noch einen Schluck.
    Es schmeckte ekelhaft.
    Gejohle erhob sich von Seiten der Theke.
    Er drehte seinen Kopf in Richtung der Lärmquelle.
    Nicht dass der Raum vorher ruhig gewesen sei.
    Der beleibte Kerl war aufgestanden.
    Der Kerl prostete ihm zu.
    Gelassen erhob auch er sein Glas und erwiederte den Gruß.
    Die Meute gröhlte.
    Gesindel.
    Er stellte sein Glas ab.
    Herrlich, Menschen waren so leicht manipulierbar..... Berechenbar....
    Er wusste was kommen würde.
    Der Schatten seiner weißen Kapuze verbarg sein grinsen.
    Nicht grade zimperlich lies der Grobian sich auf den gegenüberliegenden Platz fallen.
    "Na mein Kleiner!", spöttig ausgesprochene Worte...
    Der Kerl Griff nach dem Glas.
    So berechenbar...
    "Was trinkst du denn da feines?"
    Das Schweingesicht gönnte sich einen Schluck.
    Angekelt verzogen sich seine Mundwinkel.
    Glas barst an der Holzwand.
    Der Wirt lies ein leises Wimmern ertönen, Mobiliar war teuer.
    Unter seiner Kapuze verzog sich sein Mund zu einem Grinsen.
    So berechenbar...
    Weinflecken verfärbten seinen weißen Mantel.
    Seine rechte Augenbraue verzog sich angeekelt nach oben.
    Das war genug.
    "Elfenpisse, buah - wie kann man sich sowas bestellen?"
    Der Raubfbold wollte einen Kampf, man roch es förmlich.
    Provokation...
    Der fette Kerl putzte sich seinen Mund an seinem nicht grade sauberen Ärmel ab.
    "Sag mal kurzer, du bist doch kein Elflein, oder? Lass uns doch mal unter deine Kapuze schauen."
    Grobe Hände langten in seine Richtung.
    So berechenbar..
    Er reagierte in einem Sekundenbruchteil.
    Ein fester Griff, den man dieser eher schämtigen Gestalt nie zugetraut hätte, fing den rechten Arm des Schlägers im Flug ab.
    Sein Stuhl flog um, er war aufgesprungen.
    Den Arm seines Opputurnenten mit seiner Rechten Fest im Griff, vollführte er eine Rechtsdrehung.
    Ein leises Knirschen ertönte.
    Man hörte das Gelenk aus der Kapsel springen.
    Knochen brachen.
    Ein Schmerzenschrei durchbrach den Mantel der Stille, der sich über den Tavernenraum gelegt hatte.
    Sein weißer Mantel flatterte im Wind der imposanten Drehung.
    Ein blutiger Riss zog sich über den Bauch des Grobians.
    Der Dolch verschwand ungesehen.
    Vom wehenden Mantel verdeckt...
    Die in weiß gehüllte Gestalt stand nun hinter ihren Opfer.
    Den grotesk auf dem Rücken ihres Opfers vedrehten rechten Arm fest im Griff.
    Den linken Unterarm um die Kehle gelegt und das Knie ins Rückrat gebort.
    Wie einem ungesprochenem Stichwort folgend, brach ein immenser Tumult in der Taverne aus.
    Schlaff viel der bewusstlose Körper auf dem Boden.
    Die in weiß gehüllte Gestalt verschwand im Schatten.
    Gläser flogen durch den Raum, beantwortet von Stühlen und weiteren Gläsern.
    Der Wirt verkroch sich jammernd hinter seinem Tresen.
    Jeder kämpfte mit jedem.
    Ein Kneul ungewaschenner Kerle verränkte sich am Boden in eine wüste Schlägeri verfallen.
    Seine Mundwinkel zuckte hönisch...
    Idioten...
    Er nutze den Tumult um ungesehen in die Vorratskammer zu gelangen.
    Nicht einmal der Wirt bemerkte ihm.
    Vorsichtig wurde die Eichentür zugedrückt.
    Es war stockdunkel.
    Kein Licht erhellte den Raum.
    Seinem Tastsinn folgend suchte er sich seinen Weg voran.
    Er hatte die Bierfässer erreicht.
    Eine kleine Phiole glitt unter seinem Mantel hervor.
    Schon wenige Tropfen würden ihr Ziel erfüllen...
    Ein geringer Lichtschimmer fiel durch das Schlüsselloch.
    Wenig, aber es half ihm seinen Weg schnell wieder zurück zu finden.
    Wieder zurück in den Schankraum.
    Wieder wurde er von Eindrücken überströmt.
    Die Schlägerei war immernoch in Gange.
    Der Wirt war verschwunden...
    Warscheinlich rief er nach der Militz...
    Die Militz...
    Es war an der Zeit zu verschwinden...
    Er hatte seinen Auftrag erfüllt..
    Der Schatten hörte noch das Getrampel in metall gekleideter Stiefel, als er in einer Seitengasse verschwand.



    Kapitel 4.

    Ein leises Rascheln.
    Nicht mehr als ein Flüstern im Wind.
    Verweht wie eine Frühlingsbriese.
    Vorbei.
    Er sprang auf.
    Den Dolch in seiner Hand.
    Sein durchtrainierter, nackter Oberkörper schimmerte im Mondlicht, das durch ein
    schmales Fenster an der anderen Seite des Raumes fiel.
    Es war dunkel, lediglich ein schmaler Gang silbernen Glanzes zog sich über den
    steinernen Boden.
    Schatten an den Wänden.
    Verbergende Dunkelheit.
    Er hatte viele Feinde, er hatte überlebt, weil er wachsam war.
    Er schloss die Augen, sanftes Dunkel hüllte ihn ein.
    Die Nacht legte ihren Mantel um ihn, ihren Mantel der Dunkelheit und Stille.
    Er lauschte.
    Reflexartig drehte er sich nach links.
    Er entkam nur knapp der stählernen Klinge.
    Ein blutiger Streifen zog sich über seine rechte Wange.
    Er lies sich auf seine Knie gleiten und trat mit seinem rechten Bein in einem weiten
    Bogen aus.
    Diese Aktion diente dazu seinen Feind von den Beinen zu reißen, doch sein Gegner war
    erfahrener als zunächst angenommen.
    Kaum war dem unbekannten Angreifer der Rücken zugedreht, griff dieser erneut an.
    Stahl schnitt durch Fleisch und Sehnen, Blut lief seine linke Seite hinab.
    Er spürte den Schmerz nicht.
    Es war an der Zeit, den Kampf zu beenden.
    Ungebremst trotz seiner Schnittwunde, führte er seine Drehung zu Ende, nahm an
    Geschwindigkeit zu und vollführte eine weitere Drehung, die ihr Ende in einem brutalen
    Rückhandschlag seiner linken Dolchhand endete.
    Funken stoben auf, als Metall auf Metall traf.
    Kurz konnte er die schwarze Maske im Mondlicht schimmern sehen.
    Er sah seinem Feind in die Augen.
    Er sah Angst.
    Sein Ruf ging weit über die Grenzen Calimhafens hinaus.
    Er verzog sein Gesicht zu einem spöttigen grinsen.
    Er würde nicht sterben.
    Der Augenblick verflog.
    Die Klingen trennten sich.
    Knochen schmetterten auf Knochen, als er sich von der steinernen Wand anstieß und
    seinem Gegner die Schulter ins Gesicht rammte.
    Blut spritzte, ein Knacken ertönte, als das Nasenbein unter der Wucht brach.
    Der nächtliche Besucher stieß ein schmerzerfülltes Heulen aus, lies seinen Dolch
    fallen und griff sich mit beiden Händen in sein Gesicht.
    Ein tödlicher Fehler.
    Die schwarze Maske rutsche von Gesicht .
    Ein jugendliches Gesicht kam zum Vorschein.
    Aus dem Jungen hätte etwas werden können...
    Aber er hatte sich mit dem Falschen angelegt.
    Und der Falsche hatte keine Gnade.
    Mit brachialer Gewalt und immenser Präzision krachten Ellenbogen und Schläfe
    gegeinander.
    Ein schwarzer Schleier begann sich vor den Augen des Jungen auszubreiten.
    Langsam versank die Welt in Grau- und Schwarztönen.
    Ein leises Knacken ertönte, ganz so, als würde etwas kleines brechen.
    Die Welt wurde schwarz.
    Mit einem dumpfen Schlag traf der Kopf auf dem Boden.
    Eine kleine Phiole rollte aus dem Mund, letzte Tropfen einer dunklen Flüssigkeit
    rannen von der Bruchkante.
    Dieser Junge würde ihm nichts mehr verraten können.
    Achtlos trat er die Leiche beiseite.
    Er öffnete einen großen Schrank.
    Solides Eichenholz.
    Der Schnitt war nicht tief, trotzdem war es ihm lieber, ihn zu versorgen.
    Er schmierte eine übel riechende Paste auf die Wunde, sie würde ihn vor den meisten
    Giften bewahren und die Heilung fördern.
    Auch den Schnitt in seinem Gesicht behandelte er.
    Er musste die Leiche loswerden.
    Es lies sich in die Hocke nieder und durchstöberte die Kleidung seines nun toten
    Angreifers.
    In einem ledernen Geldbeutel fand er zwei Goldmünzen, nicht viel für jemanden, der
    von den Reichsten der Stadt Geld bekam, aber sie würden ihn für die nächtliche
    Störung entschuldigen.
    Achtlos, warf er den Kadaver aus dem Fenster.
    Die Bettler würden ihm seine Kleider rauben und die Miliz würde den geplünderten
    Körper am nächsten morgen wegschaffen.
    Er legte sich wieder schlafen.
    Er schlief traumlos.



    [Kommentar: Der Charakter aus folgendem Titel ist momentan noch nicht in die weitere Geschichte eingebettet, da ich aus Zeitgründen nicht so weit ind er Story gekommen bin]



    Kapitel 5.

    >>Eeeeeeeeek!!<<
    Der Schrei des Falken drang durch die gespannte Stille.
    Die Flügel flatterten im Wind, als der Falke halsbrecherisch dem Boden entgegenstob.
    Federn schnitten durch Luft, Wind pfiff durch das sich aufblähende Gefieder.
    Die Menge teilte sich.
    Kaum vier Fuß über dem Boden zog das schöne Tier in die Waggerechte und raste in einem rasanten Tempo der Menschenansammlung entgegen.
    Häuserschluchten jagten an ihm vorbei, er spürte den Rausch der Geschwindigkeit.
    >>Eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeekk!!<<
    Gerade noch rechtzeitig sprang ein bäuerlich gekleiderter älterer Herr zur Seite, als der der Falke durch die Schneise im Mob flog.
    Links und rechts, kaum eine Elle weit entfernt von seinen Fügelspitzen stoben die Menschen in Deckung.
    Erneut lies der Falke ein triumpfierendes >>Eeeek!<<, ertönen.
    Die Menschen hielten den Atem an, als der der elegante Vogel vor einer Hauswand steil nach oben zog.
    Starke Schwingen trugen ihn in den Himmel.
    Seine weiß - braun gesprenkelte Unterseite glänzte in der heißen Sommersonne.
    Er zog einen weiten Bogen und legte die Flügel erneut an den Körper, bereit den nächsten Sturzflug zu beginnen.
    Die Zeit schien still zu stehen.
    Plötzlich tauchte ein junger Mann auf einem der Dächer auf - und sprang.
    Sein ungekämmter, schulterlanger, brauner Haarschopf flatterte im Wind, als er dem steinernen Boden entgegen fiel.
    Wie auf ein ungeprochenes Kommando schoss der Falke in Richtung des Jungen los.
    Ein grinsen zog sich über das gesenkte Gesicht.
    Er liebte seine Vorstellungen.
    Sein linkes Bein traf den Boden zuerst, vom Schwung des Sturzes getragen fiel er weiter nach vorne und rollte sich über seine linke Schulter ab.
    Seine durchtrainierten Waden schleuderten ihn nach der Vollendung seiner Rolle weiter in die Hocke.
    Sein linker Arm schoss nach vorne und fand halt im rauhen Kopfsteinpflaster, zeitgleich schnellte sein rechter Arm zur Seite und verharrte, wie eine Verlängerung seines Schulterblattes in Starre.
    >>Eeeeeeekk!!!<<
    Krallen gruben sich in den ledernen Handschuh seiner ausgestreckten Rechten.
    Dem Mob war vor staunen die Stimme vergangen.
    Der Junge Falkner hob sein Kopf in den Nacken und schüttelte sich das Haar aus dem Augen, ein breites grinsen der Menge entgegengerichtet.
    Als wäre ein unausgesprochener Bann gebrochen, verfielen seine Zuschauer in lauten Beifall.
    Er erhob sich in den Stand und klopfte mit seiner Linken den Dreck von seiner braunen Lederweste.
    Als er sich sicher war, dass sie sauber war erhob er wieder den Kopf und ging auf den Mob zu.
    Er kratzte sich verlegen den Nacken, ein breites Grinsen durchzog sein junges Gesicht.
    Er war noch keine zwanzig, neunzehn einhalb um genau zu sein.
    Sein breites Lachen verlieh seinem wohlgeformten Gesicht etwas spitzbuben haftes und lies ihn jünger wirken.
    In seinen dunkelschwarzen Augen blitzte der Schalk, er genoss den Jubel der Menge.
    Er setzte den Falken sanft auf seiner linken Schulter ab und streichelte dessen wunderbares Gefieder.
    Der Falke knabberte liebevoll am Ohr des Jungen.
    Die Menge um ihn tobte, alle steckten ihm Geld zu - das Volk war gerne bereit für ein solches Spektakel wie jenes, dass sie grade beobachten durften, zu bezahlen.
    Es war keineswegs üblich, dass Falkner das einfache Volk am Können ihrer Vögel teilhaben ließen, viel öfter standen sie in den Diensten irgendeines Monarchen.
    Er kämpfte sich durch den jubelnden Strom weiter vor zum "Stolzen Bullen", der Taverne, in der er Quartier bezogen hatte.
    Andauernd musste er Hände schütteln und sich bekunden lassen, wie fantastisch seine Vorstellung gewesen sei.
    Als er den Schankraum betratt flaute die Menge endlich ab und lies ihn von dannen ziehen.
    Er setzte an einen kleinen Holztisch, nahe der Wand.
    Die verlegene Schankmaid fragte ihn, was er den trinken wolle.
    Er bestellte sich ein einfaches Bier und zwinkerte ihr zu.
    Sie wurde rot und eilte um, dem Wunsch des attraktiven Jünglings nach zu kommen.
    Das Schankmädchen gefiel ihm, er schätzte sie auf siebzehn Jahre.
    Sie hatte volle Lippen, langes schwarzes Haar und braune Augen,ihr Dekolete war nicht übertrieben, wie das vieler anderen Schankdamen, aber sie hatte trotz allem nichts zu verstecken und eine durachaus attraktive Figur.
    Vielleicht würde er die Nacht doch nicht alleine verbringen müssen...
    Sein Falke kreischte empört, als er zurück wippte und sich mit dem Stuhl an der Wand anlehnt.
    >>Autsch, lass das!<<
    Wütende pickte der empörte Vogel nach seinem Kopf.
    Grinsent lehnte er nun da, die Arme hinter dem Kopf verschränkt, sinierend, was die Nacht alles für ihn bereit halten mochte.
    Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als ein beleibter Mann, Kaufmann seiner Kleidung nach, ihm gegenüber Platz nahm.
    >>Gestatten?, Lucius Martelle<<, er reichte dem jungen Falkner seine Hand entgegen.
    Der neue Besucher drückte dem Schankmädchen eine paar Münzen in die Hand und schob den Krug hinüber zu seinem neuen Gesprächspartner.
    Dieser kippte seinen Stuhl zurück in den normalen Stand, was ihm ein wütendes Kreischen seines durchgeschauckelten Falken einbrachte.
    >>Arion Dekes, sehr erfreut sie kennen zu lernen. Was verschafft mir diese Ehre?<<
    >>Ich habe ihre Vorstellung beobachtet, beeindruckend. Einen schönen Falken haben sie da.
    Wie heißt er?<<
    Der Falke stieß einen empörten Schrei aus.
    >>Es ist eine Sie, sie ist in dieser Hinsicht etwas zickig.
    Autsch! Arggggg, lass das...<<
    Als Dank für diese kleine Beschreibung, hatte die junge Falkendame begonnen auf Arions Kopf herum zu picken.
    >>Sie müssen verstehen, sie ist etwas schnell eingeschnappt.<<
    >>Eeeeeeeekk!!<<, die stolze Falkin Schrie empört auf, schnappte noch einmal nach den Ohr, des armen Falkners und lies sich beleidigt am anderen Ende des Raumes nieder.
    >>Frauen......<<, seuftzte Arion.
    >>Nun, sie sind bestimmt nicht nur hier um mit mir über meine Vorstellung zu reden, was führt sie her?<<, fragte er mit gehobenen Interesse.
    >>Nun, um auf den Punkt zu kommen, sie wissen, dass eine menge Leute ein gutes Stück Geld für ihre Falkendame auf den Tisch legen würden?<<
    Ein empörtes >>Eeeeek!<<, war aus der anderen Raumhälfte zu vernehmen.
    >>Es tut mir Leid, so zickig sie manchmal ist - nie würde ich sie für Geld hergeben<<, sprach der entsetzte Falkner.
    >>Zehn Silbermünzen gebe ich ihnen, überlegen sie es sich gut..<< , harkte der Kaufmann, nun in seinem Element, nach.
    >>Zehn Silbermünzen?<<, Arion begann zu lachen, >>Sie wissen schon, dass ich alleine da draußen heute gut fünfzehn Silbermünzen eingenommen habe?,nein, ich werde ihnen meine Falkin nicht verkaufen<<
    >>Goldmünzen, zehn an der Zahl! Dieses Angebot können sie nicht ausschlagen!<<, der leicht rot angelaufene Händler gab nicht nach.
    >>Doch, kann ich ich.<<, antwortete der Falkner in einem gleichgültig sachlichem Ton.
    Er würde seine Falkendame für keinen Schatz auf der Welt hergeben, sie war ihm eine treue Gefährtin, seit er sie gefunden und großgezogen hatte.
    Doch dass konnte dieser Händler unmöglich zu verstehen, für ihn wäre es, als würde er eine Schwester, oder treue Freundin für Geld zu verkaufen.
    Nein, er würde sie nicht hergeben, dass müsste er dem armen Mann irgendwie schonend beibringen.
    >>Wissen sie...<<
    >>Fünfzehn Goldmünzen!<<!<<, Schrie der aufgebrachte Kaufmann, er würde locker hundert Goldmünzen für so ein schönes Exemplar bekommen, vielleicht sogar hundertfünzig, wenn er sich geschickt anstellte. Er sah nicht ein,aufzugeben.
    >>Nein, sie verstehen nicht....<<, versuchte Arion erklären.
    >>Zwanzig!<<, langsam lief der Kaufmann rot an.
    >>Nein....<<, kam ein resigniertes Saufzen als Antwort.
    >>Fünfundzwanzig!<<, langsam steigerte sich der Händler wirklich in Rage, verdammt, dieser junge Balg würde ihm den Vogel verkaufen!
    >>Gott verdammt nochmal, hören sie mir zu!<<, Kam Arions nun ebensfalls laute Antwort.
    >>Sie können mir bieten, was sie wollen, ich werde sie nicht verkaufen!<<
    >>Fünfundsiebzieg Goldmünzen!, mein letztes Angebot, sie verpassen den Handel ihres Lebens Junge!<<
    >>Dann sei so.<<, für ihn war diese Unterhaltung beendet.
    >>Vielleicht wird etwas schärferer Stahl deine Meinung ändern Bürschchen!<<
    Der Stuhl knallte auf den Boden, als der beleibte Händler aufgesprungen war.
    Ungeschickt, riss er ein Kurzschwert aus einer schmuckvoll verzierten Scheide.
    Nun gut, dieser dicke Händler wollte Stahl sprechen lassen? Arion würde ihm seine bitte nicht abschlagen, sein Vater hatte ihn gut geschult, obdenn er nur ein einfacher Bauer war.
    Er griff nach seinem Bier und schüttete es seinem Angreifer entgegen.
    Wild fuchtelte der Händler mit seinem Schwert herum, als der Schwall des Hopfengebräus ihm die Sicht nahm.
    Arion lies sich vom Stuhl rollen und entkam den ungezielten Schlägen mit Leichtigkeit.
    Als sich die Sicht des Angreifers klärte hatte keinen unbewaffneten Gegner mehr vor sich, dieser verdammte Falkner hatte selbst zu seinem Schwert gegriffen.
    Der Wirt starrte entsetzt auf das Geschehen.
    Die anderen Tavernengäste machten sich ihren Spaß aus dem Kampf, Grünschnabel gegen Fettwanst hieß es, Wetteinsaätze würden noch angenommen.
    Der ungeschickte, beleibte Händler versuchte sich an einer Finte von links, doch bevor er sie auch nur ansatzweise ausgeführt hatte, wurde die Klinge hart zur Seite gedroschen.
    Nun selbst in die Defensive gedrängt, hatte er Mühe die Angriffe zu parieren, doch dank seiner Erfahrung hielt er stand.
    Noch.
    Arion gab sich alle Mühe, aber schaffte es durch keine Lücke, er hatte zwar mit dem Schwert trainiert, aber an Kampfpaxis fehlte es ihm noch.
    Auf einmal wurde er brutal zu Boden geworfen, ein angetrunkener Gast hatte ihm, nicht dazu gewillt seinen Wetteinsatz zu verlieren, von hinten ein Brett gegens Schienbein geschlagen.
    Er heulte auf vor Schmerz.
    Grade noch rechtzeitig gelang es ihm sich links unter einen Tisch zu rollen, knapp neben im knallte eine durchtrennte Stuhllehne zu Boden.
    Er rollte sich rückwärts unter dem Tisch hervor, in die Hocke und riss sein Schwert zu Parade hoch.
    Keinen moment zu früh.
    Stahl schlug auf Stahl.
    Er schaffte es grade noch einen Satz nach hinten zu machen, um von seinem willt fuchtelnden Opputurnenten nicht getroffen zu werden.
    Er machte einen Satz nach vorne, wieder klirte Stahl auf Stahl.
    Die Klingen befanden sich in einem Wettstreit der standhaftigkeit, beide Kontrahenten wandten alle Kraft auf, dieses Kräftmessen zu gewinnen.
    Doch es zeichnete sich der beleibte Kaufmann als Sieger ab, lange würde Arion dem Gewicht und der Kraft seines Gegenübers nicht mehr trotzen können.
    Er durfte seine Falkin nicht verlieren.
    Er würde seine Falkin nicht aufgeben.
    Mit einem Schrei der Wut, nutzt er die Wand in seinem Rücken um sich abzustoßen und seinen Gegner von sich zu schleudern.
    Dass war seine Chance, er stieß einen schafen Pfiff aus.
    Sein masiger Kontrahent kämpfte um seine Balance.
    Es fand sie wieder, dass Schwert direkt zur Parade erhoben.
    Sie sollte ihm auch nicht mehr helfen können.
    Mit der Brutalität eines geborenen Jägers, gruben sich Krallen in die weiche Kehle des Kaufmanns, als die Falkendame gegen ihn krachte.
    Klauen zerfletschten Fleisch, der Schnabel grub sich erbarmungslos in das rechte Augen seines Feindes.
    Ein gurgelndes Gewimmer entfuhr der aufgeschlitzten Kehle.
    Blut strömte aus dem aufgerissenen Hals.
    Metall klirrte auf den hölzernen Boden, als der verwundete Kaufmann sein Schwert fallen lies und auf die Knie fiel.
    >>Gna....Gnad...de...<<, zusammen mit diesem Worten ergoss sich ein schwall Blut auf den Tavernenboden.
    >>Es reicht! Schluss!<<, die Worte des Falkners dudelten keinen Widerspruch.
    Die Falkin lies von ihrem Opfer ab und nahm wieder auf seiner Schulter Platz.
    Ein euphorisches >>Eeeeeeekk!!<<, lies keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie die Gewinnerin des Kampfes war.
    Arion steckte das Schwert zurück in seine Scheide.
    Er lies sich vor seinem Gegner, der inzwischen sein Bewusstsein verloren hatte, in die Hocke sinken.
    >>Verdammt! Warum holt den keiner einen Heiler? Beeilt euch gefälligst<<, in seinem Gesicht war kein Hauch von der Bubenhaftigkeit des Nachmittags mehr vorhanden.
    >>Verdammt!, Beeilung, oder stirbt!<<
    Allmählich setzte sich der Wirt in Bewegung.
    Die Tür fiel knallend ins Schloss.
    Man hörte die immer schwächer werdende Stimme des Wirts nach einem Heiler rufen.
    Arion lies sich betäubt auf einen Stuhl fallen, ausnahmsweise protestierte die junge Falkin nicht.
    Verdammt...
    So hatte er sich seinen Besuch in Baldurs Tor nicht vorgestellt...
    Seine treue Begleiterin knabberte liebevoll an seinem Ohr....
    Ja, das hatte er wahrhaftig nicht.



    [Kommentar: Auch die hier auftretenden Charaktere sind noch nicht eingebettet, aus Zeitgründen ;D, aber wer sich für die Storyline interessiert sollte hier die Ohren spitzen]



    Kapitel 6.

    Der Tau funkelte im ersten Sonnenlicht.
    Nur wenige Strahlen schafften es, sich ihren Weg durch das imposante Blätterdach zu Bahnen.
    Jene Strahlen, die den Weg zum Waldboden schafften, brachen sich in einem Farbenspiel unendlicher Schönheit, als sie auf den frühmorgendlichen Raureif trafen.
    Der Wald schlief noch.
    "Avhyra!,Tochter!",ein Ruf durchbrach die Stille.
    Die Stimme schien nicht zornig zu sein, doch duldete sie keinen weiteren Aufschub.
    "Ja, Lord Vater?", erklang die Erwiderung einer Stimme, deren Schönheit der des Morgentaus glich.
    Die schmale Allee funklete in saftigen Grüntönen.
    Junge und alte Eichen rahmten einen schmalen mit Moss bedeckten Pfad ein, der zum Rande des Waldes führte.
    Der Pfad erschien wie ein wahres Meisterwerk der Natur.
    "Beeil dich!, der Kutscher ist bereit, aufzubrechen."
    Nur wer sich auf die Kunst der Elfen verstand, wusste dass dieses Bild natürlicher Schönheit nicht der Hand Gottes entsprungen war, sondern der Arbeit liebevoller Elfengärtner.
    Nackte Füße patschten über das nasse Moos, als die junge Elfenschönheit die Allee hinunter rannte.
    Ihr hüftlanges schwarzes Haar wehte in der seichten Sommerbriese, die sich ihren Weg durch das Geäst bahnte.
    Ihre makellose Haut war vor Anstrengung rosig angelaufen.
    Erschöpft blieb sie vor ihrem Vater stehen.
    Sie blickte zu ihm hoch, er besaß die selben haselnuss braunen Augen wie sie.
    Er lächelte.
    Sachte nahm er ihr Kinn in die Hand und musterte ihr Gesicht.
    "Avhyra, Kind, komm erst einmal wieder zu Atem.", sagte er ihr liebevoll.
    "Lord Elanduradore!", erschall eine Stimme aus dem Hintergrund.
    "Lord, wir sind zum Aufbruch bereit.", eine schlicht gekleideter Elf trat hervor, gefolgt von zwei bewaffneten Elfenkriegern.
    Der Vater nickte ihm zu und wandte sich wieder zu seiner Tochter um, einen Ausdruck zwischen Sorge und Stolz schwankend im Gesicht.
    "Du weißt, was wir von dir erwarten. Du bist noch jung, aber trotz allem eine Elanduradore. Du weißt wie wichtig der Handel für unser Land ist. Ja, du bist noch jung, noch nicht sehr erfahren, aber Thyrado wird dir helfen dich zurecht zu finden.
    Du wirst auf ihn hören, er ist ein enger Freund von mir, er wird sich um dich kümmern, wie ich es tun würde.
    Höre auf was er sagt, hast du verstanden?"
    "Ja, Lord Vater."
    Er ergriff ihre Schulter und sah ihr direkt in ihre mandel braunen Augen.
    "Gut, er ist weise und geschickt, er wird dir zunächst dabei helfen, den Handel zu leiten.
    Ich weiß, es wird schwer für dich werden.
    Aber du bist unser einziges Kind,wir haben keine Wahl.
    Du hast die nötige Ausbildung erhalten und das nötige Alter erreicht um auf eigenen Beinen zu stehen.
    Wir werden dich unterstützen sollte es nötig sein, doch sei deshalb nicht fahrlässig.
    Schon seit Generationen entsendet unsere Familie Handelsvertreter und leitet die Geschäfte unseres Volkes in der Welt dort draußen, jetzt bist du an der reihe, diese Tradition fort zu führen.
    Es wird nicht immer leicht werden, Menschen sind unberechenbar... Emotional...Sie lassen sich von ihren Gefühlen leiten, vergiss dass nie.
    Sie sind nicht wie wir, sie denken nicht rational.
    Das solltest du nie vergessen, wenn du diese Reise antrittst.
    Es ist eine vollkommen andere Kultur, der du begegnen wirst. Manche Menschen betrügen, haben keine Moral, manche jedoch sind treuer noch als so manch einer unseres Volkes.
    Sie sind unberechenbar, vergiss dies nie, du wirst ständig mit ihnen Kontakt haben.
    Und nun geh - mach' uns stolz."
    Eine peinliche Stille trat ein.
    "Ja, Lord Vater, ich werde euch stolz machen.", erwiderte Avhyra in einem ernsten Ton.
    "Das wirst du - ganz sicher:" Er schloss seine Tochter noch ein letztes mal in seine Arme, schob sie ein Stück weit zurück und sah ihr tief in die wunderschönen Augen.
    "Das wirst du....."
    "Alhorin, es wird Zeit.", einer der Soldaten war hervor getreten und hatte dem Elfischen Lord seine Hand auf die Schulter gelegt.
    Er drehte sich um.
    "Ja, du hast Recht mein Freund, pass gut auf sie auf. Pass auf sie auf, wie du es auch schon für mich getan hast, ich vertraue dir."
    "Ja Mylord, das werde ich." Sie teilten einen stillen Blick des Vertrauens, der verriet, dass die Beiden schon einiges zusammen durchgemacht hatten.
    Die junge Elfendame schritt in Richtung der geschmückten Kutsche davon, sie warf ihrem Vater einen letzten liebevollen Blick zu, er lächelte zurück.
    Der Kutscher half ihr in die kleine, jedoch reichlich geschmückte Kabiene.
    Ihr Gepäck war schon längst verstaut.
    Die Wachen nahmen ihres Plätze neben dem Kutscher ein.
    Dieser nickte ein letztes mal dem elfischen Lord zu.
    Die Kutsche verschwand, gezogen von vier starken, schwarzen Hengsten langsam in der Ferne.
    Der besorgte Vater blieb noch eine Weile am Waldesrand stehen.
    Er hoffte das Beste für seine Tochter, er kannte die Welt dort draußen, wusste, was sie einem antun konnte.
    Er war nicht in der Lage gewesen, seine Tochter auf die lauernden Gefahren dort draußen vorzubereiten, aber das wäre niemand gewesen.
    Er drehte sich langsam um, dies würde seine Tochter alleine erledigen müssen, er würde sie nicht beschützen können.
    Sie würde erwachsen werden, aber tief im Innern würde sie immer sein lebensfroher kleiner Schatz bleiben.
    Er lächte, als er zurück zwischen die Bäume trat.



    Kapitel 7.

    Eine schwere Hand legte sich auf seine rechte Schulter..
    Er schrack auf, doch ein fester Griff, eisern wie dir Panzerung der dazugehörigen Hand, drückte ihn zurück auf den Stuhl.
    Nicht fest, aber bestimmt.
    Ein etwa mitte vierzig Jahre alter Mann trat hevor, er war in eine schwere Rüstung gekleidet, ein Schwert an seiner Seite hängend.
    Ein in seine Rüstung gemeißeltes Symbol wies ihn als Mitglied der hiesigen Militz aus.
    "Bursche, ich nehme an, dass du der Falkner bist, dem wir den Ärger hier verdanken?" , seinem Tonfall konnte man entnehmen, dass es wohl eher eine Feststellung, als eine echte Frage gewesen war.
    Langsam klärte sich sein Kopf wieder, die Bilder nahmen Gestalt an.
    Der Wirt war mit einem Mönch eingetroffen...
    Sie hatten den bewusstlosen Verletzten mitgenommen...
    Wieder sah er das zerfetzte Gesicht, die blutige Kehle und die von Krallen zur Unkenntlichkeit zerschlitzen Augen vor sich.
    Hörte die wimmernden Laute, die das verkrüppelte Wesen ausgestoßen hatte.
    Laute, voller Schmerz, Laute, voller Zorn, Zorn auf ihn, Zorn auf dass, was er verschuldet hatte.
    Er hatte hatte es verschuldet.
    Wieder sah er die aufgeschlitze Kehle vor sich, roch das Blut...
    Er kippte zur Seite und übergab sich.
    Ein fester Griff fing ihn auf und bewahrte ihn davor, sich in die klebrige Pfütze zu seinen Magensäften zu gesellen.
    Er versuchte sich von der Hand zu befreien, versuchte auf zu stehen.
    Doch er war zu kraftlos.
    Erschöpft landete er wieder auf seinem Stuhl.
    Er war es Schuld.
    Das Leid...
    Er war es Schuld...
    Wieder sah er das verunstaltete Gesicht vor sich.
    Er alleine...
    Er fing an zu schluchzen, Tränen rannen seine Augen hinab, sein Atem kam stockend.
    Weiche Federn streichelten seine Wange.
    Seine Falkin hatte sich auf seiner linken Schulter niedergelassen und rieb ihren Kopf an sein tränenverschmiertes Gesicht.
    Dem hinter dem Stuhl stehenden Soldaten hatte diese Reaktion als Bestätigung genügt.
    Er selbst wusste nicht genau, wie er agieren sollte. Dieser Junge Bursche vor ihm war vorantwortlich für die erbarmenswürdig verkrüppelte Gestalt, derer er selbst begegnet war.
    Aber dieser Junge hier vor ihm, kaum das Mannesalter hatte er erreicht, war so gar nicht, was er sich als Blutrünstigen Täter vorgestellt hatte.
    Nein, er war eher wie ein verzweifeltes Kind, oder ein guter Schauspieler.
    Nein, dieser Junge war kein Schauspieler, er sah es ihm an - seine Menschenkenntnis hatte ihn noch nie im Stich gelassen.
    Er hatte nur soviel erfahren, wie der Wirt ihm erzählt hatte - dass die beiden Kämpfer aufeinander losegegangen waren und der Falke seinem Meister zu Hilfe kam...
    Wieso der Kampf begonnen hatte,oder wer zuerst seine Waffe gezogen hatte, hatte ihm der Wirt nicht mitteilen können.
    Dieser mutige Mann hatte sich während des Kampfes hinter seiner Theke versteckt.
    Und die anderen Tavernenbesucher?
    Pah, von denen hatte ihm niemand und würde ihm auch niemand etwas erzählen.
    Wer unterhielt sich schon gerne mit der Militz? Vor allem wenn es um einen möglichen Mord, oder zumindest eine grauenhafte Verstümmlung ging. Wer gestand schon geradeheraus, dass er nicht gehandelt, oder die kämpfenden vielleicht sogar angefeuert hatte?
    Nein, er würde von ihnen nichts in Erfharung bringen können...
    Inzwischen konnte er ohnehin nicht mehr unterscheiden, wer schon bei dem Kampf dabei gewesen und wer nur im nachhinein zum Gaffen gekommen war.
    Aber er musste herausfinden, was von statten gegangen war.
    Mit dem Verletzten war nicht zu sprechen gewesen, die Priester hatten seine Ohnmacht künstlich aufrecht erhalten, um ihn zu schonen.
    Das hatte der arme Kerl auch bitter nötig... Er hatte schon viele Verletzungen gesehen, doch so präzise zugefügte Wunden an Augen und Kehle.....
    Er würde sich also erst die Geschichte des jungen Falkners anhören müssen.
    Er selbst war Vater und wünschte sich für seine Kinder, dass sie nie den selben Anblick ertragen müssten, wie dieser Bursche hier es hatte erleben müssen.
    Trotz allem durfte er nicht vergessen, dass die Verletzung ein Werk ebendieses Jungen Burschen waren. Oder dass er zumindest daran seinen Anteil gehabt hatte.
    Er sog tief Luft ein und lies einen Seufzer von sich, es half alles nicht, es war seine Pflicht zu handeln.
    Selbst wenn er den Jungen nocheinmal mit diesen schrecklichen Bildern konfrontieren musste.
    Er legt ihm seine Hand auf die Schulter.
    Nicht fordernd, nicht aufdringlich, unterstützend.
    Die Falkendame erhob erbost ihren Kopf und musterte den gepanzerten Militär.
    Doch auch sie wusste zu deuten was er tat und lies ihn gewähren.
    Sollte er nur einen Finger rühren, ihren Falkner zu verletzten würde sie nicht tantenlos zusehen.
    Sie würde ihn verteidigen - um jeden Preis.
    Wieder streichelten warme Federn die tränennasse Wange des Jungen und spendeten ihm Trost.
    Eine kräftige Stimme erhob sich hinter dem jungen Falkner, nicht unfreundlich, ja sogar eine leichte Spur Mitleid war zu vernehmen.
    "Junge,sprich, wie ist dein Name?"
    "A..Arion, Sir, Arion Dekes.", er bekam die Worte nur mühsam über die Lippen, er musste alle Kraft um nicht wieder ins Schluchzen zu verfallen.
    Geräuschvoll zog er die Nase hoch.
    Erst jetzt bemerkte er die Starke Hand auf seiner Schulter...
    Es fühlte sich so an, wie damals....
    Wieder stiegen Tränen in ihm hervor...
    Damals, als er die Brandtschatzung des Hofes seines Vaters miterlebt hatte.
    Tränen flossen über sein Gesicht.
    Er hatte zusammen mit seinem Vater zwischen den Ausläufern eines kleinen Waldes gestanden, sein Vater hatte ihm tröstend die Hand auf die Schulter gelegt..
    Er sollte stark sein, hatte er ihm gesagt, stark sein...
    In der Ferne sah er ihren ganzen Besitz brennen...
    Ihr ganzes Habe....
    Sein Vater hatte ihm gesagt, er solle stark sein - und er war stark gewesen.
    Arion riss sich zusammen und stand abrupt auf, was ihn ein empörtes Kreischen seiner durchgeschüttelten Falkendame einbrachte.
    Die Hand löste sich von seiner Schulter.
    Er drehte sich um und sah einem stattlich gebauten Milizangehörigen ins Gesicht.
    Er war etwas größer, als er selbst. Aus seinem Gesicht konnte man Erfahrung und Disziplin schließen, aus seinen Zügen, ebenso wie aus seinen Narben.
    "Mein Name ist Arsek Dahiron, ich bin Mitglied der Stadtmilitz und wurde beauftragt mich mit dem Vorfall in dieser Taverne zu befassen. Ich würde dich bitten mir zu folgen."
    "Sir, es tut mir Lei...", versuchte der verunsicherte Junge einzuwenden.
    "Das können wir später besprechen.", der Tonfall des Soldaten duldete keinen Widerspruch.
    Er stand schon in der Mitte des Türrahmens und wandte seinen Kopf um
    "Komm.", sobald die Forderung fertig ausgesprochen, wandte er sich um und schritt aus dem Rahmen ins Freie.
    Betreten folgte ihm Arion, die Falkendame auf seiner Schulter wippend.
    Jeder in seine eigenen düsteren Gedanken versunken, schritt das Trio die Straßen entlang.


    [Kommentar: Endlich wieder etwas von Nyall]



    Kapitel 8.

    Mit brachialer Gewalt knalle die Tür gegen die Wand des nobel eingerichteten Raums.
    Steinplitter stoben zur Seite, als die Klinke sich in die Wand bohrte.
    Ein aggressives Fauchen ertönte, als der Panter erschreckt hochfuhr.
    Dunkle Schemen zeichneten sich in seinem Fell ab, als die durchtrainierten Muskel sich, bereit zum Sprung, spannten.
    Die Zähne glänzten toverheißend, aus seiner Kehle drang ein wütendes brüllen.
    Die schmächtige Gestalt erhob ihren Blick, sie zog empört ihre rechte Augenbraue hoch.
    Er hasste es bei seiner Arbeit gestört zu werden.
    Normalerweise wagte dies niemand.
    Sein Blick traff die Augen der Gestalt im Türrahmen.
    Er brach in schallendes Gelächter aus, ja, dieser Kerl war wirklich der Einzige, der es wagen würde so in seine Gemächer zu erscheinen.
    Unter der Kapuze blitze es wütend zurück, was sein heiteres Lachen nur noch bekräftigte.
    Dieser Kerl hatte selbstvertrauen - deshalb mochte er ihn.
    Nicht das es einen Unterschied machen würde, wennn er ihn nicht mehr brauchen sollte.
    Gefühle bedeuteten ihm nichts, ein kurzzeitiges Amüsement, aber nichts was ihn daran hindern würde, seine Macht zu erhalten.
    Beruhigend streichelte er den Kopf seines Panters, er wollte nicht riskieren, dass seinem edelen Tier etwas geschah.
    Inwischen war die Gestalt weiter vorgetreten, den roten Samtteppich entlang, der den langen Weg zum Schreibtisch zierte.
    Zielstrebig, den Prunk ignorierent, die goldenen Statuen und alten Wandttepiche keines Blickes würdigend, schritt sie weiter vor.
    Ihr weißer Mantel wehte im Zug ihrer starken Schritte und der sanften Brise, die durch die geöffneten Fenster des riesigen Raum viel.
    Kaum in ihrer Wucht gedämmt, knallten die Ledernen Stiefel auf den mit Teppich gepolsterten Steinboden.
    Doch die offen gezeigte Wut verfehlte ihre Wirkung, der Mann am Schreibtisch lachte nur umso lauter.
    Unsichtbare Augen folgten dem Auftritt des Fremden, bereit ihren Meister zu schützen.
    Auch die in weiß gehüllte Gestalt wusste von diesen Augen, dennoch lies sie keinen Blick zur Seite schweifen.
    Ihr Blick blieb auf ihr Ziel gerichtet.
    Keuchend kam ein prunkvoll gekleideter Bote durch die Tür gestürmt.
    Er stolperte und schaffte es grade noch sich mit seinen Händen aufzufangen, als er vornüber auf den Boden fiel.
    Der Mann hinter dem edel verzierten Buchentisch lachte lauter, die Gestalt im weißen Mantel würdigte den Neuankömmling keines Blickes.
    "Meister, es tut mir Leid - er lies sich nicht aufhalten!", stieß der kniende Bote röchelnd hervor.
    Der Mann hinter dem Schreibtisch lachte noch schallender.
    "Werter Pascha?", inzwischen hatte sich der Bote von seiner unwürdigen Postion befreit und stand wieder aufrecht, den Dreck von seiner Kleidung klopfend.
    Zwei Wachen formierten sich neben ihm und machten Anstalten ihre Waffen zu ziehen, um Herren vor diesem unverschämten Eindringling zu beschützen.
    "Pfeif deine Schoßhunde zurück, oder deine Katze kann ihr Blut vom Teppich lecken.", die in weiß gehüllte Gestallte spannte sich leicht.
    Durch ein einfaches Zucken Ihres Handgelenkes erschien ein Dolch in ihrere Rechten.
    Der Pascha klatschte einmal in die Hände "Ihr habt gehört, was der gute Mann verlangt, steckt eure Waffen wieder weg."
    "Aber Meister!", eine der beiden Gestalten trat einen Schritt weiter vor.
    Kalter Stahl blitze auf, die Reflektion ging im Tanz der weißen Kutte verloren.
    Ein roter Schnitt zog sich über die Kehle des Wächters, nicht tief, aber ein deutliches Zeichen hinterlassend.
    Die Fremde Gestalt hatte sich blitzschnell umgewandt, ihren Dolch vorschnellen lassen und im Zuge ihrer Drehung dem verblüfften Wächter einen roten Streifen über die Gurgel gezogen.
    Ein Jaulen bestätigte die Beobachtung des Paschas, dass auch der darauffolgende Tritt sein Ziel nicht verfehlt hatte, als der Wächter, sich die Lenden halten, vornüber fiel.
    Der Pascha, fiel wieder in ein amüsiertes Gelächter ein "Ich habe euch gewarnt - und nun verschwindet!", sein Tonfall duldete keinen Widerspruch.
    Der Bote und der unverletzte Wächter halfen ihrem jaulenden Kameraden auf die Beine und trugen ihn durch die schwere Eichentür.
    Die Tür fiel in ihr Schloß.
    "Ach Nyall, musste du immer so übertreiben?", gut gelaunt lehnte sich der vornehme Pascha in seinem Sesseln zurück.
    Ein aggressives Zischen kam als Antwort zurück - der Assassine hasste es mit Namen angesprochen zu werden.
    "Nenn meinen Namen nicht, solange deine Wände noch Ohren haben. Oder ich gezwungen, sie ihnen abzuschneiden."
    Der Pascha schnippte einmal mit seiner linken Hand.
    "So, nun sind wir unter uns.", ein strahlendes Lächeln auf den Gesicht, er hatte auch ohne seine Wachen keine Angst, mit dieser Gestalt in einem Raum zu sein.
    Er hatte geügend magische Vorkehrungen getroffen, alsdass er sich hätte Sorgen machen müssen.
    Der Panter schnurrte genüßlich, als der Pascha ihn hinter seinen Ohren kraulte.
    "Was führt dich zu mir Nyall? Du scheinst erzürnt zu sein."
    Die Augen funkelten den dreisten Pascha wütend an, als sein Name erneut fiel.
    Seine Augen machten kein Geheimnis aus seinem Hass.
    "Ich hatte gestern Nacht Besuch.", die Kapuze verbag seine Gesichtszüge, aber der Unterton sagte mehr als die Worte selbst, er verlangt Antwort, eine plausible.
    "Oh, da freu ich mich aber für dich. Es wurde auch Zeit, dass du eine Frau findest.
    Aber bitte, ich bin schwer beschäftigt, belästige das nächste mal jemand Anderen damit.", er lächelte den Assassinen freundlich an.
    Es antwortete ihm ein Blick, der vor Mordlust triefte und ihm mehr als nur einen grausamen Tod versprach.
    Der Pascha konnte sich ein amüsiertes Lächeln nicht verkneifen.
    "Keine Frau.", der Zorn in seiner Stimme war deutlich hörbar, er wollte Antworten - und zwar sofort.
    Er hasste die Spielchen des Paschas.
    Der Pascha tat verblüfft und verzog gespielt entsetzt seine Mine "So so mein, Junge. Darüber solltest du wirklich mit jemandem reden... Ich meine, es ist nichts schlimmes dabei..."
    Schneller als der Pascha blicken konnte lag der Dolch an seiner Kehle.
    "Noch ein Wort.... Noch ein unverschämtes Wort aus deinem dreckigen Mund......", langsam zog er den Dolch zurück und lies ihn wieder in seinem Mantel verschwinden, sein Blick lies ahnen, dass er ihm am liebsten sofort die Kehle durchgetrennt hätte....
    Ein sauberer Schnitt durch die Gurgel....
    "Ein Assassine.", er hatte sich wieder gefasst und seine Wut fürs erste zurück in sein Inneres verbannt.
    "Wer verdammt nochmal kennt meine Identität! Sag es mir!", Sein schreiender Tonfall wurde zu einem leisen Flüstern, dass bedrohlicher war, als es eine Grube voller Schlangen je sein könnte.
    "Sag es mir!", der Dolch bohrte sich tief in das massive Holz.
    Empört sah der Pascha den Assassinen an, der Tisch war teuer gewesen.
    "Nun, woher willst du wissen, dass er nicht einfach wegem dem harmlosen elfischen Kaufmann gekommen ist, den man in deinem Gemach vermutet? Elfen...", er korrigierte sich, "Halbelfen, sind nicht sehr beliebt, weißt du? Das ist der Fluch deiner Geburt mein Lieber.", die Worte waren weder drohend noch spöttig gemeint, sie waren eine schlichte Feststellung der Tatsachen. Eine Feststellung, die nur leider zusehr der Wahrheit entsprach.
    Nyall lies die Kapuze hinunter gleiten.
    Sein langes kastanienbraunes Haar glitt über seine Schultern.
    Spitze Ohren kamen zum Vorschein, doch ein dunkler Dreitagebart straffte die Abstammung eines reinblütigen Elfen lügen.
    Seine Zügen schwankten zwischen Wut und Verbitterung.
    "Er war nicht auf der Jagt nach einem Kaufmann, egal ob elfisch, halbelfisch oder sontwas!... Er war auf der Jagt nach einem Assassinnen... Einem Assassinen so wie ihm.. Ich hab es in seinen Augen gesehen, Furcht.... Dieser erbärmliche Wicht.... Er wusste mit wem er ist zu tun hatte...Ich will wissen, woher! Verdammt, sag mir - wer weiß es!" , Zorn zeichnete sich auf seinem Gesicht ab....
    Eine menschliche Emotion auf elfischen Zügen...
    Faszinierend...
    Elfen zeigten ihre Wut niemals....
    Aber Elfen waren auch keine Auftragsmörder....
    Der Pascha verschob den Gedanken auf später und anwortete dem wütenden Halbelf gelassen "Denkst du wirklich ich hätte dich verraten? Du leistens mir zugute Dienste, alsdass ich dich gerne tot sehen würde.... Auch wenn du dir manchmal etwas zuviel herausnimmst." ,seine Augen funkelteten wütend.
    Eine Seltenheit, Wut auf seinen Zügen...
    Er hatte es nicht nötig wütend zu sein, alle seine Probleme ließen sich auf ganz einfache Weise lösen....
    Er war das oberste Glied der Diebsgilde, ihr Pascha, er hatte Mittel genug unliebsame Personen oder Ereignisse zu nicht mehr, als einer bloßen Erinnerungen werden zu lassen.
    Nyall war eines dieser Mittel, ein effektives, vielleicht sogar sein effektivstes.
    Aber trotzdem, er konnte sich nicht alles herausnehmen.
    "Ich werde Selhorim rufen. Er wird dir helfen, dein kleines Problem zu lösen... Ich denke du bist selbst dazu in der Lage... Auch wen die Palette derer, die dich gerne Tod sehen wollen wahrscheinlich ziemlich groß sein wird.... Sei froh, dass noch nicht die ganze Stadt deine Identität kennt - solange sie nur Assassinen nach dir schicken und nicht öffentlich gegen dich vorgehen, solltest du leichtes Spiel haben. Und nun verschwinde, ich habe zu tun!" , seine Stimme duldete keinen Widerspruch, er war aufgestanden.
    Seine Gestalt war zwar nicht die Imposantetse, aber sein Gesicht drückte eine Selbstvertrauen aus, das erahnen lies, wie er es zu einem so hohen Posten gebracht hatte.
    Nyall beeindruckte er damit aber keinswegs.
    Doch er hatte was er wollte, Selhorim war der mächtigste Magier in ganz Calimhafen, er würde ihm helfen können sein kleines Problem zu lösen...
    Er verbeugte sich leicht, verbag sein Gesicht wieder unter der Kapuze seines weißen Mantel und verlies festen Schritts den Saal.
    Wer immer ihm den Assassinen auf den Hals gehetzt hatte, hatte einen Fehler begangen..
    Einen großen Fehler...
    Er würde ihm nicht die Gelegenheit geben, diesen Fehler ein zweites mal zu machen.
    Sanft liebkoste er die verborgene Klinge seines Dolches...
    Er spürte wie sie nach Blut rief...
    Und er versprach ihr Blut....
    Schon bald würde es soweit sein...
    Sein grausames Lächeln wurde vom Schatten der Kapuze verdeckt...
    Sehr bald.....



    Nachwort:

    So, dass ist erstmal das Ende - bis ich Zeit finde die Geschichte weiter zu schreiben, was leider wahrscheinlich etwas dauern wird, da ich momentan schulisch wirklich überladen bin.
    Wie bereits erwähnt, wer interesse hat bekommt gerne die Storyline
    Ich freue mich über jegliches Feedback
    Hier noch ein paar Gedichte, zunächst wollte ich jedes Kapitel mit einem Eigenen einleiten, daraus ist jedoch nichts geworden. Wer Interesse daran hat, viel Spaß beim Lesen:




    Wut

    Wut und Hass einen sich
    Ein Schleier der die Welt verbirgt
    Rote Ströme packen dich
    Etwas in dir stirbt

    Vom Hass geleitet
    Vom Zorn erfüllt
    In dir ein and'res Wesen brüllt
    Einen Schritt weit vor es schreitet

    Tritt durch das Tor
    Der Rationalität
    Es ist zu spät

    Der Schleier sich klärt
    Sieh was du getan
    Im schreckliche Wahn
    Der Himmel auf ewig bleibt verwährt

    Und es wird wiederkehren
    In dunkler Stund' gewiss
    Von deiner Seele zehren
    Bis nichts mehr in dir übrig is'

    Was von deiner Seele zu zehren
    Du treibst im dunkeln
    Es wird still
    Das Licht erlischt


    Rote Tränen

    Wenn das Blut die Klinge tränkt
    Wenn die Rache, Freude schenkt
    Wenn die Schatten sich vereinen
    Dann weinen

    Opfer tränen rot
    Im Jetzt zuspät
    Im ew'gen im Tot
    Für immer

    Von dieser Welt verbannt
    Im einsamen Seelenland
    Kein Lichtschimmer scheint
    Es ist zu spät

    [Kommentar am unteren Rande: Ich habe die Geschichte bereits angefangen zu schreiben, als Assassins Creed noch nicht mal in den Regalen stand - bevor hier nachher noch Assassins Creed Clone Schreier bei der weißen Robe kommen Es ist nun mal erträglicher über Tag in weißer Kleidung herum zu laufen, als in schwarzer Ganzkörpertracht.]
    _______________
    IGN: Akyra Noire A/X
    Ab und zu mal zum Chatten on.
    Momentan werden Cellfactor:Monster Hunter Tri und A.V.A gezockt :D
    !!! Ehemals Deru, nun unter neuem Account Namen. Hierbei einen großen Dank an Amun :) !!!
    Wer sich mehr für meinen Charakter, Nyall ,interessiert kann gerne hier einen Teil seiner Charaktergeschichte lesen. Reinschauen lohnt sich :)
    Geändert von Nyall (05.04.2009 um 19:52 Uhr)

  2. Gypsie Ettin Benutzerbild von Hugo der Tote
    Userid
    35479
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    09.2006
    Ort
    Rosenheim
    IGN (GW1)
    ->Inaktiv<-
    #2
    Zitat:

    [Kommentar am unteren Rande: Ich habe die Geschichte bereits angefangen zu schreiben, als Assassins Creed noch nicht mal in den Regalen stand - bevor hier nachher noch Assassins Creed Clone Schreier bei der weißen Robe kommen Es ist nun mal erträglicher über Tag in weißer Kleidung herum zu laufen, als in schwarzer Ganzkörpertracht.]

    in heißen gebieten hat die schwarze kleidung schon einen zweck: durch die sonnensintrahlung wird sie aufgeheizt und es entsteht eine luftzirkulation die in verbindung mit dem schweiß am körper einen kühlenden effekt hatt.

    aber nette geschichte^^
    _______________
    참패를 맛보고 고개 숙여도 돼
    죽더록 아픈 맘을 마지못해 죽어도 돼
    Wenn du die totale Niederlage spürst, geh und lass deinen Kopf hängen.
    Wenn du dich deinen Gefühlen nicht stellen kannst, geh und stirb.

    Fat Nerd Without Rl Lfg[r18+]

  3. Salving Cactus Benutzerbild von FlyingDestroyer
    Userid
    64296
    Registriert seit
    11.2007
    #3
    Hey, Deru/Nyall/*RL-Name*,

    die Story ist wirklich sehr gut Ich schreibe selbst ein wenig, auch schon seit längerer Zeit, aber bisher ist bei mir nur Dreck rausgekommen, derzeit sitz ich an nem "Goblin-Buch"

    Aber zu dir: Deine Handlung wird sehr deutlich und ist gut und mit Humor geschrieben. Das einzige, was ich dir noch raten würde: Verlasse vlt von Zeit zu Zeit die personale Perspektive und beschreib etwas mehr. Soweit ich jz überflogen hab (alles zu lesen war ich dann doch zu faul, aber die kapitel 1-3) besteht die story überwiegend aus gedanken und das macht es dem Leser schwer, sich genau vorzustellen, wie die Situation aussieht.
    In Kap. 1 ist es naürlich logisch, dass sich der Assassine in der Nacht bewegt, und dass das ganze nicht auf einem belebten Marktplatz spielt, kann sich auch jeder denken. Nur mehr dann auch nicht - also beschreib ein wenig die Welt, die dir im Kopf rumgeistert

    Ansonsten wünsch ich dir viel Erfolg, vielleicht findet sich dein Werk ja wirklich eines Tages mal in käuflicher Form wieder...
    _______________
    IGN: Flying Destroyer A/x
    Legendärer Schicksalsbesiegler

    ...und mein kleiner Thread im WT =P
    Klick mich!

  4. Storm Kin
    Userid
    28823
    Registriert seit
    06.2006
    #4
    Danke für das Lob
    Ich versuche garde durch diese abstrakten Gedankengänge die innere Zerrissenheit des Assassinen und sein Menschenbild näher darzustellen.
    Was bringt einen Menschen dazu für Geld zu morden?
    Wie sieht so ein Charakter von innen aus?
    Wofür ist in so einer Seele Platz, außer dem Selbstbild und hass?
    Wie ist er zu so einem seelischen Krüppel geworden?
    Ist er dies überhaupt?
    Was muss geschen sein um einen Menschen so zu zeichnen?
    Wie geht er durch das Leben?
    Ist so ein Leben lebenswert?
    Fragen über Fragen, die ich durch den inneren Monolog des Charakters beleuchten will - ein Fazit, eine Antwort wird sich jeder selbst bilden müssen.
    Vielleicht habe ich mich etwas zusehr hierauf bedacht und hätte dies entweder verdeutlichen, oder aber mich auch mehr auf die Umgebung konzentrieren sollen.
    Auf jeden Fall vielen Dank für die Kritik - ich werde in Zukunft drauf achten, wenn ich mich das nächste mal wieder an einen Text setzte.
    _______________
    IGN: Akyra Noire A/X
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  5. Minotaur Benutzerbild von sk-chief
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    Registriert seit
    04.2007
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    Elbental
    IGN (GW1)
    Pony the Househorse
    #5
    Bravo
    _______________
    Ingame:
    Pony Aggro W/MO XP 140,600
    59. Platz im August mat.

  6. Storm Kin
    Userid
    28823
    Registriert seit
    06.2006
    #6
    Hm, ich hab' grade entdeckt, dass schon die ersten anfangen mein Gedicht zu klauen...
    Tja, das ist das Internet.
    _______________
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    Momentan werden Cellfactor:Monster Hunter Tri und A.V.A gezockt :D
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  7. Restless Corpse Benutzerbild von Kollin
    Userid
    71093
    Registriert seit
    02.2008
    #7
    alter vatter. Du hast auch ncihts zu tun oder?
    (soll einfach nur ausdruck meiner verblüffung sein und ncih dein ding da schmälern cO)
    _______________

  8. Thorn Stalker Benutzerbild von Black Beast
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    80282
    Registriert seit
    09.2008
    IGN (GW1)
    Ingame per PN
    IGN (GW2)
    Ingame per PN
    #8
    Klasse Geschichte
    _______________
    S A B W A Y
    kill fresh.™

  9. Ice Golem
    (Bucknar Runeguard)
    Benutzerbild von Slingshot W.
    Userid
    96189
    Registriert seit
    11.2009
    #9
    Wtb. Fortsetzung!!!!
    _______________
    Der Waldi jeder sollte einen haben

    .^..^.
    |||||||
    Waldi-Fan Nr.1

    Ing.:Slingshot Warrior

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